Wer bin ich - und wer will ich sein?
Zwischen Schule, Social Media und Alltag tragen wir oft unterschiedliche Masken. Mal angepasst, mal perfekt inszeniert, mal ganz echt. In diesen Themenwochen geht es um Rollen, Erwartungen und darum, wie wir uns selbst dabei nicht verlieren.
Sei dabei - und entdecke, was hinter deinen Masken steckt.
Hallo,
ich finde das Thema auch sehr interessant.
Es gibt ein Zitat aus einem Film, das sehr gut dazu passt: „Die Maske schützt dich – aber sie nimmt dir auch die Luft.“ Das passt für mich sehr zu diesem Thema. Denn irgendwie ist meine Maske nichts Schönes. Sie versteckt mich und lässt mich meistens nie wirklich im Vordergrund stehen. Die Maske drückt alles weg, und dann ist es so, als würde nicht ich leben, sondern etwas, das sich verstellt und sich den Normen der Gesellschaft anpasst.
Ich selbst spüre das auch. Gleichzeitig merke ich aber, dass mir die Maske etwas gibt, nämlich Sicherheit davor, dass mich niemand angreifen oder verletzen kann. Meine Maske lässt nicht zu, dass ich vor anderen Menschen ,,schwach“ bin.
Es ist anstrengend, immer so zu tun, als wäre man „normal“, was die Maske bewirkt. Aber man versucht ja schon auch, die Maske zu entfernen, weil sie zwar Sicherheit gibt, aber viel mehr Kraft kostet, als sie gibt. Trotzdem ist es so, als würde sie so fest kleben, dass man sie nicht wegbekommt und sie immer wieder zurückkommt, wenn man es kurz geschafft hat, sie zu entfernen was eher selten passiert.
Wo ich merke, dass ich mich verstelle, ist bei älteren Menschen. Ich zeige mich dort nicht so, wie ich mich in anderen Situationen zeige. Es ist eher so, dass die Maske, die schon da ist, bleibt und noch eine weitere Maske dazukommt.
Was ich aber auch merke, ist, dass ich zuhause ganz anders bin und ebenfalls eine zusätzliche Maske trage, die mir aber öfter das Gefühl gibt, dass ich darunter ersticke.
Wenn ich von mir reden würde, gibt es eine Grundmaske, die schon vieles versteckt, wie z.B. innere Werte, Gefühle usw. und sich anpasst. Aber dann gibt es Masken, die in verschiedenen Situationen kommen, sei es bei älteren Menschen oder eben zuhause usw. Das sind dann Masken, die man sich vom „Regal“ nimmt und aufsetzt, denn die passen sich noch besser an, damit die andere Maske nicht auffällt.
Also nochmal zusammengefasst: Es gibt eine Grundmaske und dann mehrere Masken, die man je nach Situation auf und absetzen kann, was aber nicht unbedingt einfach ist, denn das kostet viel mehr Kraft, als man denkt.
Das heißt aber auch wiederum, dass ich mich nie so fühle, wie ich wirklich bin, weil ich immer wieder eine Maske trage.
Aber ich finde, die Masken, die wir Menschen tragen, helfen uns in gewissen Situationen zu „überleben“. Aber es ist auch nicht leicht, sich jedes Mal verstellen zu müssen, damit ja niemand sieht, was sich unter der Maske versteckt.
Zu zeigen, dass man manche Dinge nicht wirklich so fühlen kann wie andere, wäre schrecklich, weil man dann angreifbar ist. Sich anzupassen ist einfacher, weil dann niemand Verdacht schöpft und man nicht von der Gesellschaft abgelehnt wird.
Also lege ich meine Maske irgendwie nie ab.
Denn …
„Das Schwierigste ist nicht, die Maske zu tragen, sondern sie niemals ablegen zu können.“ dieser Zitat von dem Film hat etwas wahres.
Liebe Grüße
Nahla
Guten Morgen FastCar,
danke für deine Offenheit! Da ist ja einiges bei dir zusammengekommen, wenn du an dich, deine Masken oder deine Rollen in deinem Leben denkst. Es ist, je nach Umgebung, etwas von dir nicht zu sehen. Es ist dir auch bewusst, dass es mit Konsequenzen zusammenhängt, wenn du dich wirklich zeigen würdest. Auch meinst du, dass du einen Preis bezahlen würdest, wenn du dich so zeigen würdest, wie du wirklich bist.
Ich nehme an, dass wir immer einen Preis auch dafür zahlen, wenn wir uns nicht trauen, unsere ganze Kraft zu zeigen und uns „verstecken“, vergleichen, Angst haben... Das machen wir natürlich um uns zu schützen oder uns abzugrenzen, aber was machen wir dann mit unserer Lebendigkeit: mit und ohne Masken. )
Unsere Rollen oder Formen können auch Leichtigkeit und etwas Spielerisches ins Leben bringen! Es ist nicht immer negativ, denke ich, zu spielen. Im Gegenteil! Es lässt uns fliegen und lässt uns leichter sein, wenn wir „spielen“.
Wenn ich deine Offenbarungen lese, denke ich darüber nach, ob man selbst sich hinter den Rollen und Masken mit der Zeit so verliert, dass man selbst nicht mehr weiss, wer man ist.
Danke Dir für diesen anregenden und offenen Beitrag!
Neugierige Grüsse von
bke-Kira
Hallo!
Ich finde L.M hat es passend ausgedrückt: Man trägt eine Maske um etwas zu verstecken.
Ich denke, die Gesamtheit der Persönlichkeit wird nicht offen gezeigt. Man befindet sich immer in einer Rollen mit entsprechenden Erwartungen, wenn wir mit anderen zusammen sind. Also als Sohn in der Familie, als Schüler in der Schule, als Freund im Freundeskreis oder Käufer in einem Geschäft usw.
Damit einher gehen immer Erwartungen und ein bestimmtes Verhalten.
Masken sind noch einmal für mich etwas unterschiedliches. Ich setze sie bewusst auf, um jemand anderes zu sein oder um Teile von mir zu verstecken. Oder um jemand anderes zu sein.
Ich hätte jetzt beinahe gesagt um eine Rolle zu spielen. Aber das beißt sich mit dem Rollen-Begriff von oben. Ich meine eher eine Schauspieler-Rolle.
Ich bin sehr introvertiert. In der Schule wird jedoch extrovertiertes Verhalten erwartet und belohnt. Also muss ich zwangsläufig eine Maske aufsetzen und nicht ich sein, um mich „extrovertiert“ zu verhalten. Oder ein Verhalten, was ich als extrovertiert interpretiere.
In der Schule gibt es ein bestimmtes Bild und Erwartungen insb. von den Gym-Bros von Männlichkeit, Körper-Idealen aber auch Überzeugungen (rechte Einstellungen).
Da muss ich eine Maske aufsetzen und versuchen mitzureden, um keine Sprüche gedrückt zu bekommen oder gemobbt zu werden.
Wenn ich mit Freunden oder Familie zusammen bin, setze ich meine gute Laune Maske auf, damit keiner was von meiner Traurigkeit mitbekommt.
Ja, Masken sind eine hilfreiche Strategie um zu überleben.
Masken ziehen aber - zumindest bei mir - viel Energie und manchmal frage ich mich wer ich wirklich bin und wer ich sein will.
Absolut niemand kennt mich ohne irgendwelche Masken und ich frage mich, ob sie mich auch ohne Masken mögen würden.
Ich weiß, das kann ich nur heraus bekommen, wenn ich sie ablege, aber wahrscheinlich bezahle ich einen hohen Preis dafür und das Risiko kann ich nicht eingehen.
Gruß
FastCar
Hallo L.M.,
danke dir für deine Offenheit.
Ja, du erinnerst auch an die Pandemie damals. Es war eine intensive Zeit hinter den Masken. Menschen, die man mit Maske kennenlernte, sahen dann oft ganz anders aus, als man sie ohne sah und man selbst auch. Daran kann ich mich auch erinnern, aber auch an das Gefühl vom Schutz und manchmal auch das Gefühl, sich hinter der Maske zu verstecken.
Mir fällt auf, dass du über diese eine Maske schreibst, die du aufsetzt. Es ist dir also bewusst! Was macht es mit dir, wenn es so bleibt? Das ist eine Frage, die ich dir gerne stellen möchte. Du musst nicht sofort antworten, lass dir gerne Zeit.
„Eine Maske zu Hause“ hat mich bewegt. Auch hat mich berührt, dass du zu Hause das Gefühl hast, diese Maske zu brauchen. Ich dachte zuerst daran, dass es eigentlich schade ist und dann aber daran, dass es uns selbst und andere schützt und man nicht alles von sich zeigen und offenbaren muss. Aber irgendwie auch möchte, weil man ja zu Hause ist. Wo denn sonst?
Ich habe mich gefragt, wie es ist, wenn du Luft holst und ob du dann das Gefühl hast, endlich in dir zu Hause zu sein: in dir drin?
Dankbare Grüsse von
bke-Kira
Hi,
Ich finde Masken sind ein sehr interessantes Thema. Wir alle benutzen sie schließlich, mal sind sie offensichtlich (während der Pandemie), und mal sind sie ganz unauffällig (diese Aussage stammt von meiner Klassenlehrerin in der 5. Klasse).
Ich selbst trage sehr oft eine Maske. Darunter verstecke ich, wie es mir geht, was ich fühle oder brauche und was ich wirklich denke.
Besonders wenn ich zu Hause bin, verstecke ich alles. Je nachdem, welche und wie viele Menschen um mich herum sind, zeige ich mihc unterschiedlich. Auch die Situation spielt eine Rolle dabei, bei einer Beerdigung verstecke ich negative Gefühle weniger, als bei einer Geburtstagsparty…
Aber diese Maske begleitet mich überallhin. Und ich würde sagen, es ist immer die gleiche, die mal transparenter wird, und dann wieder möglichst undurchsichtig.
Die meisten Menschen in meinem Umfeld kennen mich nicht ohne meine Maske. Und sie erkennen oft nicht, dass ich überhaupt eine trage, außer ich setze sie für einen ganz kurzen Moment ab, um etwas besser Luft holen zu können.
Ich bin mir nicht sicher, ob es verständlich ist, was ich geschrieben habe, aber ich habe es versucht.
Liebe Grüße
Hi FastCar,
schön, dass du zu unserem Monats-Thema schreibst und meinst ehrlich, dass du
nicht so sein kannst, wie du wirklich bist.
Selbstschutz und Maske(n) bringst du hier in Verbindung. Eigentlich ist es dann eine hilfreiche Strategie? Oder doch nicht?
Wie heißen deine Masken, wenn man sie benennen würde? Oder ist es eine?
Und was wäre dann, wenn du sie abziehen würdest: wie wärst du dann und was würde deine Umgebung von dir sehen und mitbekommen?
Auch dafür darfst du gerne eine Bezeichnung finden.
Hast du Lust?)
Sonnige Grüsse von
bke-Kira
Hi!
Auch wenn hier sehr wenige Beiträge gibt, finde ich es ein interessantes Thema.
Gefühlt habe ich ständig eine Maske auf: Familie, Schule
Weniger wenn ich mit Freunden zusammen bin, aber auch da.
Ich kann nicht sein, wer ich wirklich bin. Eine Maske aufsetzen und mitspielen - den Erwartungen entsprechen -> ergibt weniger Nachfragen, Stress und Auseinandersetzungen.
Hauptsächlich als Selbstschutz.
Gruß
FastCar
Hi, cooles Thema,
ich behaupte, dass wir alle immer mal Masken aufsetzen und damit Rollen spielen. Und dass dies, sehr oft, auch völlig in Ordnung ist.
Vielleicht habe ich die sogar auf, wenn ich hier im Forum schreibe? Mit meiner Arbeitsmaske auf bin ich - vermutlich - ein Anderer, als wenn wir uns ganz privat treffen würden? Ich hoffe, dass ich beruflich und privat die gleichen Werte und Normen habe. Allerdings bin ich beruflich vielleicht etwas genauer (ok, ich bin auch hier immer mal flapsig) und aufmerksamer? Strenge mich mehr an, erkenne negative Gefühle schneller und mache mit klar, wo die herkommen, bevor ich schreibe? Bei Positiven auch? Also keine Ahnung.
Habt Ihr eine Ahnung, wie das bei Euch ist?
Maskenfreie Grüße schickt
bke-Stephan
Liebes Forum,
Im Mai geht es bei uns um unsere „Masken“ und die Wirkung auf uns selbst und unsere Umwelt.
Im Kobo Abes Roman „Das Gesicht des Anderen“ geht es um einen Versuch, Beziehung zu heilen durch das Aufsetzen einer Maske mit folgender Annahme: „Ich frage mich, ob eine Maske, da sie universell ist, unsere Beziehungen zu anderen nicht besser fördert als das nackte Gesicht“.
„Manchmal sind es nicht die Menschen, die sich verändern, sondern die Maske, die abfällt.“ meint Haruki Murakami in einem seiner Werke. Wie oft geht es in Murakamis Büchern darum, dass seine Held: innen in den Parallelwelten nur versteckt und hinter den Masken oder falscher Identität klar kommen müssen, aufgrund von Unmöglichkeit so zu sein wie man wirklich ist.
Im Film „Die Maske“ mit Jim Carrey sagt die Maske zu seinem Besitzer: „Du warst ein guter Junge, richtig gut. Aber solange ich da bin, wirst du immer nur die zweite Wahl sein, verstehst du?“
Gerne möchten wir Euch dazu einladen, über Masken, die Euch dazu einfallen, die ihr tragt oder ablegt, aufzieht oder braucht, liebt, hasst oder keine Lust darauf habt, hier zu unserem Thema „Wer bin ich - und wer will ich sein?“ ins Gespräch zu kommen. Es geht dabei auch um die virtuelle Welt und viele Möglichkeiten, Masken auszusetzen und sie spielerisch oder aufgezwungen zu nutzen.
Wie echt bist du wirklich? Kannst du dich und dein Gesicht wirklich zeigen? Wann bist du echt und wann nicht? Mit und ohne Masken bist du bei unserem Mai-Thema genau richtig!
Super wäre es zu erfahren, wie du Masken bezeichnen würdest, die du bei anderen mitbekommst und selbst trägst. Zum Beispiel „Ein cooler Typ“, „Ein braves Mädchen von nebenan“, „Ich weiss bescheid“, „Ich bin glücklich“…..Welche kennst du, trägst du, brauchst du und auf welche hast du keine Lust mehr?
Hier darfst du unmaskiert über deine Masken schreiben.
Liebe Grüsse
bke-Kira